Das Natsu-No Gasshuku 2026 in Ostbevern im Münsterland war auch in diesem Jahr ein besonderer Höhepunkt im Lehrgangsjahr des S.K.I.D. e.V. Etwa 180 Karateka reisten aus verschiedenen Teilen Deutschlands an; belgische sowie finnische Gäste erweiterten das internationale Teilnehmerfeld. Vier intensive Tage verbanden anspruchsvolle Traininseinheiten, persönliche Entwicklung und geselliges Miteinander.

Unter der Leitung von Bundestrainer Akio Nagai Shihan, 9. Dan, und mit hochkarätigen Gasttrainern bot der Sommerlehrgang ein abwechslungsreiches Programm für Karateka aller Alters- und Leistungsstufen. Ausgerichtet wurde das Gasshuku vom Dojo Yamauchi Yodo unter der Leitung von Jörg Fichna.
Nagai Shihan zurück in Ostbevern
Für viele Teilnehmer war die Rückkehr von Akio Nagai Shihan ein besonderer Moment. Der Bundestrainer war eigens aus Japan angereist und freute sich sichtlich darauf, nach einem Jahr viele bekannte Gesichter wiederzusehen.
Gemeinsam mit Manabu Murakami Shuseki Shihan, 8. Dan, Aragane Sensei, 8. Dan, und Eugen Landgraf, 8. Dan, sorgte Nagai Shihan für ein hochkarätig besetztes Trainerteam. Die unterschiedlichen Schwerpunkte der verschiedenen Trainer eröffneten vielfältige Perspektiven auf Technik, Körperarbeit und Partnerübungen. Dadurch entstanden zahlreiche Anregungen für das eigene Training.
Training mit vielen Details und neuen Impulsen
Von Donnerstag bis Samstag wurde jeweils am Nachmittag trainiert. Besonders Manabu Murakami Shihan hatte neben bekannten Kombinationen auch neue Übungen im Gepäck. Im Kata-Training gab es vor allem für die Schwarzgurte viel Input. Einzelne Bewegungen wurden nicht nur technisch betrachtet; ebenso erläuterte Murakami Shihan deren Herkunft sowie den funktionalen Sinn.

Wie schon in den vergangenen Jahren legte Murakami Shihan großen Wert darauf, Techniken entsprechend dem jeweiligen Gürtelgrad zu entwickeln. Dabei rückte er unter anderem die drei Körperachsen und das Tanden in den Mittelpunkt. Anhand von Bewegungen wie Mae Geri sowie Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen wurde deutlich, wie entscheidend eine stabile und koordinierte Körperarbeit ist.
Immer wieder stellte Murakami Shihan außerdem Bezüge zum Training von Aragane Sensei her und zeigte, wie sich dessen Prinzipien auch in den Bewegungen verschiedener Kata wiederfinden.
„Don’t Rush“ und „Eye to Eye“: Gemeinsam trainieren
Aragane Sensei setzte im Kihon und Kumite klare Schwerpunkte. Eine korrekte Ausführung der Techniken stand dabei im Vordergrund. Mit den wiederkehrenden Aufforderungen „Don’t Rush“ und „Eye to Eye“ erinnerte er die Teilnehmer daran, sich Zeit für eine saubere Technik zu nehmen und gleichzeitig den Blickkontakt zum Trainingspartner zu halten.
Maai, Zanshin und Kime wurden als grundlegende Prinzipien vermittelt und unmittelbar in Partnerübungenumgesetzt. Dabei betonte Aragane, dass Training nicht als Gegeneinander verstanden werden sollte. Gemeinsames Üben, gegenseitige Aufmerksamkeit und Lernen voneinander standen vielmehr im Vordergrund.

Für die Unterstufe und die jüngeren Teilnehmer waren einige der Übungen anspruchsvoll. Mit Unterstützung und Anleitung erfahrener Schwarzgurte konnten aber auch diese Herausforderungen gemeistert werden.
Prüfungen und ein langer Samstagabend
Der Samstag bildete den Höhepunkt des Sommerlehrgangs. Die Kyu- und Dan-Prüfungen standen an. Zunächst stellten sich die Kyu-Prüflinge ihrer nächsten Herausforderung. Während die einen um den nächsten Gürtel kämpften, trainierten die übrigen Teilnehmer unter Murakami Shihan weiter an ihren Ständen. Anschließend waren die Danprüflinge an der Reihe. Für die anderen Karateka ging das Training unter der Anleitung von Aragane Sensei weiter.
Am Abend durfte dann gemeinsam gefeiert werden. Bestandene Prüfungen wurden gewürdigt, Freundschaften vertieft und alte Geschichten wieder hervorgeholt. Gefeiert wurde bis tief in die Nacht.
„Last Training – Work hard“
Am Sonntagmorgen begann bereits um 10 Uhr das letzte Training des Natsu No Gasshuku. Murakami Shihan gab die Richtung vor: „Last Training – Work hard“.
Auf dem Programm standen unter anderem zahlreiche Übungen für schnelle Beinwechsel. Die Reihen hatten sich inzwischen zwar deutlich gelichtet, doch die verbliebenen Karateka gaben noch einmal alles.
Aragane Sensei begann mit Gohon Kumite und führte anschließend zum Kumite mit fünf Partnern. Den traditionellen Abschluss bildeten schließlich die letzten Zuki im Kiba Dachi unter dem Kommando von Murakami Shihan.
Fazit: Ein Sommergasshuku, das Vorfreude auf 2027 macht
Das Natsu No Gasshuku 2026 in Ostbevern zeigte einmal mehr, dass ein Sommerlehrgang mehr ist als vier Tage intensives Training. Neben dem Training blieb genügend Zeit für Gemeinschaft und Freizeit. Ein Besuch im Freibad oder eine Stippvisite in Münster boten Gelegenheit, zwischen den Trainingseinheiten etwas Abstand zu gewinnen.
Nagai Shihan, Murakami Shihan, Aragane Sensei und Eugen Landgraf gaben den Teilnehmern zahlreiche Anregungen mit auf den Weg, die nun im Training weiter vertieft werden können.
Jetzt bleibt vor allem eines: die Vorfreude auf das nächste Wiedersehen. Denn nach dem Gasshuku ist vor dem Gasshuku – nächstes Jahr gerne wieder im Münsterland!
