S.K.I.F. international Seminar 2026

Intensives Shotokan-Karate auf höchstem Niveau und gelebte internationale Gemeinschaft

Das Omori Sports Center in Tokyo war vom 27. März bis zum 29. März 2026 erneut das Herzstück des internationalen Shotokan-Karate. Beim Internationalen Seminar der Shotokan Karate-Do International Federation (S.K.I.F.) versammelten sich rund 180 Karateka aus 29 Nationen, um mehrere Tage intensiv zu trainieren, sich auszutauschen und ihr technisches Verständnis zu vertiefen.

Das anspruchsvolle Programm war geprägt von Präzision, Disziplin und internationaler Verbundenheit. Geleitet wurde das Seminar von Soshi Miura, Shihan Koga, Kancho Nobuaki Kanazawa, Shuseki-Shihan Murakami sowie den Honbu-Dojo-Instruktoren Shinji Tanaka, Fumitoshi Kanazawa, Daizo Kanazawa, Paul Huglo, Ito Mitsunobu und Hiyori Kanazawa.

Auch der S.K.I.D. war durch Roy Richter, Michael Surkau, Marco Wäger und Andy Schnirel vertreten. Besonders erfreulich war zudem die Anwesenheit von Bundestrainer Akio Nagai Shihan, der an allen Trainingstagen teilnahm und damit die enge Verbindung zwischen S.K.I.D. und S.K.I.F. eindrucksvoll unterstrich.

Bundestrainer Akio Nagai Shihan mit den Teilnehmern des S.K.I.D.
Bundestrainer Akio Nagai Shihan mit den Teilnehmern des S.K.I.D.

Freitag: Präzision im Kihon und Kumite

Der erste Trainingstag begann mit einem gemeinsamen Aufwärmen aller Teilnehmenden, gefolgt von einer Kihon-Einheit unter der Leitung von Hiyori Kanazawa. Anschließend erfolgte die Einteilung in leistungsbezogene Gruppen.

Im Mittelpunkt der ersten Einheit stand das S.K.I.F. Kihon Ippon Kumite, wobei die Inhalte dem jeweiligen Niveau angepasst wurden. Das Spektrum reichte vom intensiven Üben des Tai Sabaki (Körperbewegung und Ausweichen) bis hin zur praxisnahen Anwendung im Sinne der Selbstverteidigung.

In der zweiten Einheit wurde das Training auf das S.K.I.F. Jiyu Ippon Kumite erweitert. Hier waren die Karateka gefordert, die zuvor erarbeiteten Prinzipien unter freieren Bedingungen umzusetzen – mit klarem Fokus auf Timing, Distanzgefühl und technischer Sauberkeit.

Samstag: Individuelle Vertiefung und internationale Begegnung

Der Samstag bot die Möglichkeit, individuelle Trainingsschwerpunkte zu setzen. Vier parallel laufende Gruppen erlaubten eine gezielte Vertiefung.

Unter der Leitung von Kancho Nobuaki Kanazawa und Shuseki-Shihan Murakami wurde ein forderndes Training absolviert, das Durchhaltevermögen, Konzentration und höchste Präzision verlangte.

Parallel dazu legten Soshi Miura und Shihan Koga den Fokus auf grundlegende Technikschulung, während in einer weiteren Gruppe unter der Leitung von Daizo Kanazawa Sensei und Fumitoshi Kanazawa Sensei intensiv an der Kata Gojushiho Dai gearbeitet wurde. Zahlreiche Details wurden herausgearbeitet, Bewegungsrichtungen präzisiert und Anwendungen praxisnah demonstriert.

Zur Mittagszeit trainierten die internationalen Teilnehmer gemeinsam mit einheimischen japanischen Karateka. Shuseki-Shihan Murakami betonte dabei bewusst die Bedeutung sauberer Grundtechniken. Den Abschluss bildeten gemischte Kata-Teams – ein sichtbares Zeichen gelebter internationaler Karate-Gemeinschaft.

Am Nachmittag standen drei weitere Einheiten zur Auswahl. Besonders intensiv wurde unter anderem an der Kata Gangaku gearbeitet.
Bei Soshi Miura lag der Schwerpunkt auf technischen Feinheiten mit dem Ziel, Techniken mit minimalem Kraftaufwand und maximaler Effizienz auszuführen – eine Trainingsphilosophie, die Mitglieder des S.K.I.D. bereits kürzlich beim Bundeslehrgang in Aalen erleben durften.
Bei Shihan Koga standen anspruchsvolle Partnerübungen im Fokus.

Bewegende Momente beim offiziellen Bankett

Neben den intensiven Trainingseinheiten bot das Seminar auch Raum für persönliche Begegnungen. Beim offiziellen Bankett am Samstagabend nutzten Karateka aus zahlreichen Nationen die Gelegenheit zum Austausch.
In würdigem Rahmen wurde dem kürzlich verstorbenen Hanshi Shiro Asano gedacht. Sein Sohn Susumo Asano hielt eine emotionale Rede, dankte den Anwesenden für ihre Anteilnahme und erinnerte eindrucksvoll an das Vermächtnis seines Vaters – ein Vermächtnis, das weit über technische Inhalte hinausgeht und die Werte des Karate-Do verkörpert.

Beim offiziellen Bankett wurde die Gelegenheit zum internationalen Austausch zwischen den Nationen genutzt.

Sonntag: Intensiver Kata-Abschluss auf internationaler Bühne

Am letzten Seminartag standen zwei intensive Kata-Einheiten auf dem Programm. Unterschiedliche Instruktoren legten erneut großen Wert auf korrekte Technikausführung und realistische Partneranwendungen.

In der ersten Einheit konnten die Teilnehmer zwischen Bassai Sho, Nijushiho, Meikyo und Gankaku Sho wählen. In der zweiten Einheit standen Tekki Shodan, Unsu, Kanku Sho und Nijushiho zur Auswahl.

Zum Abschluss jeder Session präsentierten die Gruppen ihre Kata vor allen Seminarteilnehmenden – ein Moment konzentrierter Stille, in dem sich die gemeinsame Trainingsarbeit der vergangenen Tage widerspiegelte.

Fazit: Das internationale Seminar 2026 als Impulsgeber

Das Internationale Seminar bot den Teilnehmenden einmal mehr intensives Training auf hohem technischen Niveau sowie die Möglichkeit zum direkten Austausch mit dem Instruktoren des Honbu-Dojo und zahlreichen Karateka aus aller Welt.

Für die Vertreter des S.K.I. Deutschland ergaben sich dabei zahlreiche konkrete Impulse für das eigene Training in den Dojos – insbesondere im Bereich Kihon, Kumite und Kata-Anwendung.

Eindrücke des Seminars auf YouTube

Auf dem offiziellen YouTube-Kanal des S.K.I.F. wurden mehrere Videos vom internationalen Seminar 2026 veröffentlicht.

Die Videos geben authentische Einblicke in das Training, die Atmosphäre im Omori Sport Center sowie in ausgewählte Kata- und Kumite-Sequenzen.

Offizieller S.K.I.F. YouTube-Kanal