Rund 100 Karateka trafen sich in Leipzig zum traditionellen Jahresauftaktlehrgang, dem Braun-Schwarzgurt-Lehrgang, unter der Leitung von Eugen Landgraf, 8. Dan und Antonio Ceferino, 8. Dan. „Meine guten Vorsätze für das neue Jahr: saubere Techniken und härter trainieren“, brachte Antonio Ceferino die Zielsetzung des Wochenendes auf den Punkt. Dieser Anspruch war in jeder der insgesamt fünf Einheiten des Wochenendes spürbar.

Am Samstag standen drei intensive Trainingseinheiten auf dem Programm, am Sonntag folgten zwei weitere Trainingseinheiten am Vormittag. Das Tempo war durchgehend hoch, die 50-Minuten-Einheiten forderten Konzentration und Kondition gleichermaßen. Die kurzen Pausen dazwischen wurden gerne angenommen, bevor es mit unverminderter Intensität weiterging.
Am Samstag stand ein straffes Kihon-Training im Mittelpunkt. Eugen Sensei und Toni Sensei legten besonderen Wert auf saubere Grundlagenarbeit und präzise Technik. Immer wieder wurde der korrekte Stand eingefordert sowie das exakte Wechseln zwischen den Ständen geschult. Dies war die Basis, die im weiteren Verlauf des Trainings konsequent von jedem Teilnehmer eingefordert wurde. “Ein gutes Training sollte immer einen roten Faden erkennen lassen”, postulierte Ceferino Sensei. So waren verschiedene Grundschulkombinationen an den Gürtelgraden angepasst und erforderten dennoch für jede Stufe die passende Beinarbeit und zusätzlich die entsprechende Koordination der Armtechniken.
Ein hohes Maß an Kontrolle und Timing verlangten auch die verschiedenen Gohon-Kombinationen, die sowohl Vorwärts- als auch Rückwärtsbewegungen für beide Partner beinhalteten, sowie die Happo-Kumite-Formen, die auf die korrekte Distanz bei präzisen Zukis zielte. Hier ließ sich abermals der rote Faden erkennen, denn Ceferino Sensei hatte die Grundbewegungen schon als Kihon-Übung absolvieren lassen.

Auch im Bereich Kata wurde tiefgehend gearbeitet. Die Grundmeisterkata Bassai Dai und Jion wurden detailliert analysiert, einzelne Sequenzen auseinandergenommen und technisch verfeinert. Für die Danträger standen zusätzlich Bassai Sho und Jiin auf dem Programm. Neben der äußeren Form wurden auch Bewegungsfluss, Rhythmuswechsel und technische Feinheiten intensiv geschult – immer mit dem Ziel, die Qualität jeder einzelnen Technik weiter zu steigern.
Am Samstagabend fand der lehrreiche Tag bei einer gemeinsamen Feier im „Lerchennest“ einen geselligen Ausklang. Der Austausch abseits der Matte stärkte einmal mehr das Gemeinschaftsgefühl.
Der Sonntag begann etwas ruhiger, jedoch nicht weniger anspruchsvoll. Ein Partnertraining mit gleichzeitigen Angriffsbewegungen und Anwendungsbeispielen aus verschiedenen Kata standen im Mittelpunkt. Eugen Sensei demonstrierte imposant wie gelassen und stets kontrolliert man dabei vorgehen kann. Selbst bei Würfen, gewann man den Eindruck, als habe er seinen Gegner in jeder Sekunde des Fallens fest im Griff.

In mehreren Übungsphasen konnten die Teilnehmer selbstständig trainieren und die vermittelten Inhalte vertiefen. Der Jahresauftaktlehrgang in Leipzig zeigte eindrucksvoll, wie wichtig saubere Grundlagen, hohe Trainingsintensität und gemeinschaftlicher Austausch für die Weiterentwicklung im Karate sind. Mit klarer technischer Linie, hoher Motivation und viel Disziplin wurde ein starker Grundstein für das neue Karatejahr gelegt.
