Karate-Bundeslehrgang in Aalen: Intensives Training mit hochkarätigen Meistern

Karate-Bundeslehrgang in Aalen: Intensives Training mit hochkarätigen Meistern

Zum ersten Bundeslehrgang des Jahres versammelten sich die Karateka des S.K.I.D. in der Rombachhalle in Aalen. Über 100 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet reisten an, um unter der Leitung von Eugen Landgraf (8. Dan), Antonio Ceferino (8. Dan) und Fernando Mendoza (5. Dan) aus Spanien zu trainieren.

Die Teilnehmer des Bundeslehrgangs in Aalen
Die Teilnehmer des Bundeslehrgangs in Aalen

Die bewährte Struktur mit 50-minütigen Trainingseinheiten und 10-minütigen Pausen ermöglichte am Samstag drei und am Sonntag zwei intensive Trainingseinheiten.

Intensiver Auftakt mit Eugen Landgraf

Zum Auftakt des Lehrgangs trainierten alle Teilnehmer gemeinsam unter der Leitung von Eugen Landgraf. Bereits nach wenigen Minuten wurden Körper und Geist gefordert. Im Fokus standen verschiedene Zuki-Varianten im Heisoku Dachi mit besonderer Betonung auf die Atmung. Trotz der intensiven Belastung motivierte Landgraf mit Humor und variierte die Übung kontinuierlich. Eine anschließende Partnerübung diente der Abhärtung der Unterarme und dem Training von Abwehrtechniken – die ersten 50 Minuten vergingen wie im Flug.

Eugen Landgraf Sensei eröffnete den Bundeslehrgang mit intensiven Zuki-Kominationen
Eugen Landgraf Sensei eröffnete den Bundeslehrgang mit intensiven Zuki-Kominationen

Differenziertes Training nach Graduierung

In den darauffolgenden Einheiten wurden die Teilnehmer nach Graduierung unterrichtet. Fernando Mendoza vermittelte den Dan-Trägern die Kata Sochin, mit besonderem Fokus auf korrekte und gesunde Bewegungsabläufe. Er legte Wert auf Knieposition, Hüfteinsatz und biomechanische Präzision.

Antonio Ceferino begeisterte die Braun- und Violettgurte mit anspruchsvollen Kumite-Übungen. Eine besondere Herausforderung war eine Übung, bei der sich die Gruppe kreisförmig aufstellte und eine vorgegebene Kombination in Richtung Kreismitte ausführte.

Eugen Landgraf vermittelte Kihon-Techniken und zeigte effektive Partnerübungen zur Kontrolle des Gegners mittels Handgelenkmanipulation. Ziel war es, den Partner jederzeit unter Kontrolle zu halten und gezielt zu Boden zu bringen.

Parallel zog sich das S.K.I.D.-Nationalkader in eine separate Halle zurück, um sich gezielt auf die bevorstehende Europameisterschaft in Griechenland vorzubereiten.

Antonio Ceferino Sensei trainierte mit der Unterstufe und motivierte die Teilnehmer
Antonio Ceferino Sensei trainierte mit der Unterstufe und motivierte die Teilnehmer

Nach Abschluss der dritten Trainingseinheit um 17:00 Uhr begann die Prüfungsphase. Besonders beeindruckend war die Leistung eines 77-jährigen Karateka, der die Prüfung zum Gelbgurt ablegte – ein Beispiel für lebenslanges Lernen und Durchhaltevermögen, das großen Respekt bei den Anwesenden hervorrief.

Der Abend klang mit einem gemeinsamen Essen aus, bei dem Erfahrungen ausgetauscht und der erfolgreiche Trainingstag reflektiert wurden.

Technische Tiefe und herausfordernde Übungen

Der Sonntag startete mit einer gemeinsamen Einheit unter der Leitung von Antonio Ceferino. In zunehmend komplexen Übungen wurden einfache Techniken kombiniert. Selbst erfahrene Schwarzgurte wurden bei der abschließenden Heian Shodan gefordert, bei der vor jedem Schritt verschiedene Beintechniken durchgeführt wurden.

Antonio Ceferino Sensei leitete das erste Training am Sonntag.
Antonio Ceferino Sensei trainierte mit der Unterstufe und motivierte die Teilnehmer

In der letzten Trainingseinheit vermittelte Eugen Landgraf den Schwarzgurten theoretische Grundlagen zu Körperschwerpunkt und Körperachse. Anhand anschaulicher Demonstrationen verdeutlichte er die biomechanischen Zusammenhänge.

Gleichzeitig leitete Fernando Mendoza die hohen Kyu-Grade dazu an, Mawashi-Geri präzise zu trainieren. Der Partner sollte dabei knieend mit Jodan Uchi Ude Uke blockieren, während der ausführende Karateka den Mawashi-Geri kontrolliert und zielgenau hinter den Arm zum Kopf führte. Später wurde das Tempo gesteigert.

der spanische Gasttrainer: Fernando Mendoza, 5. Dan
Der spanische Gasttrainer: Fernando Mendoza, 5. Dan

Antonio Ceferino widmete sich in der Unterstufe besonders der Körperhaltung und korrekten Ausführung der vorgegebenen Kombinationen.

Der Bundeslehrgang bot den Teilnehmern ein vielseitiges und anspruchsvolles Training auf höchstem Niveau. Die Kombination aus physischer Herausforderung, präziser Technikschulung und der Möglichkeit zum Austausch rundete das Wochenende ab.