15. SKIEF Europameisterschaft in den Niederlanden – Bronze für Andy Schnirel

Vom 27. – 31. Juli versammelte sich die europäische Karate-Elite in s’Hertogenbosch – einer kleinen Stadt in den Niederlanden. Insgesamt 23 verschiedene Nationen zeigten an drei Tagen Karate auf allerhöchstem Niveau und boten eine Vielzahl spannender Kämpfe auf den Tatamis. Der S.K.I.D. war mit einem 11-köpfigen Team aus Wettkämpfern und Kampfrichtern vertreten.

Das 11 köpfige Team des S.K.I.D. e.V.

Am Freitag fanden die Kategorien der Junioren (bis 17 Jahre) und Master (über 40 Jahre) statt. Im Team-Bus ging es gemeinsam zur Maaspoort-Arena – der Ort des Geschehens für die nächsten drei Tage. Nun wurde es ernst für vier der deutschen Kämpfer. Der Rest des Teams sorgte auf der Tribüne für entsprechende Dekoration und moralische Unterstützung.

Alle gaben ihr Bestes in Kata und Kumite, jedoch reichte es für die meisten nicht über die Vorrunden hinaus. Andy Schnirel (Edo München) sorgte für die erste deutsche Medaille – in Kata (40-44 Jahre) erkämpfte er sich die Bronzemedaille. Ebenso aussichtsreich lag André Quester (Nobunaga Aalen) im Kumite (50-54 Jahre) auf Medaillenkurs. Aufgrund einer Verletzung musste er jedoch aufgeben und verpasste damit die Chance auf das Edelmetall.

Andy Schnirel, Dojo Edo München, bei der Siegerehrung

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Senioren (18-19 Jahre und 20-39 Jahre). Nach einer kleinen Eröffnungszeremonie, begannen die Kata Wettkämpfe. Die perfekte Mischung aus Dynamik, Spannung und Ausdruck war notwendig, um letztlich einen Platz auf dem Podest zu erlangen. Sandra Hofmann (Torii Dresden) gelang zumindest der Sprung bis ins Halbfinale der besten 16. Am Ende reichte es jedoch nicht, um in das Finale einzuziehen.

Danach folgten die Duelle, um die Podestplätze im Kumite. In verschiedenen Gewichtsklassen galt es die besten Kämpfer zu ermitteln. Das beste Ergebnis aus deutscher Sicht erzielte Nicole Grunewald (Edo München). Sie kämpfte sich bis ins Viertelfinale vor. Dort musste sie sich jedoch ihrer Gegnerin aus Italien geschlagen geben. Die engen Entscheidungen des Tages zeigten, welch hohes Niveau die einzelnen Karateka boten. Letztlich waren es vor allem Kleinigkeiten und Feinheiten, die am Ende für Sieg oder Niederlage sorgten. Neben dem Sammeln von Erfahrungen sind besonders diese Aspekte für das eigene Training entscheidend, um sich entsprechend weiterzuentwickeln.

Das Herren- und Damen-Kumite-Team des S.K.I.D. e.V.

Am Sonntag standen zunächst die Kämpfe im Team-Kumite an. Den Anfang machten das deutsche Damen-Team (Jana Lilienthal, Nicole Grunewald, Sandra Hofmann + Alina Scholz). Diese mussten sich jedoch knapp den starken Tschechinnen geschlagen geben.
Das Herren-Team (Roy Richter, Andy Schnirel, Alexander Storch, Emilio Torres, Paul Rösch) startete danach gegen Griechenland, konnte sich aber auch nicht für die nächste Runde qualifizieren.

Im Anschluss folgten die Duelle der Grand Champion – ein extra Kumite-Wettbewerb unter den Medaillengewinnern der unterschiedlichen Gewichtsklassen. Dabei wird traditionell ohne Faustschoner gekämpft, um den Besten im Kumite zu ermitteln. Besonders bei den Männern ging es ordentlich zur Sache. Knappe Entscheidungen, Verlängerungen und blitzschnelle Treffer sorgten für reichlich Spannung. Am Ende der Wettkämpfe boten die Veranstalter noch eine kleine Aikido-Darbietung, bevor die Europameisterschaft auf der Sayonara-Feier einen würdigen Abschluss fand.

Für die deutschen Starter gilt es nun die vielen Impressionen zu verarbeiten und neuen Input für das eigene Training zu finden, denn die nächste große Meisterschaft wirft bereits seine Schatten voraus – die Weltmeisterschaft 2023. Aber auch abseits der Tatamis konnten viele Eindrücke gesammelt werden. Neben der holländischen Gastfreundschaft und ihrer Liebe zu Fritten, wurde bei gemeinsamen Unternehmungen und Abenden der Teamgeist gestärkt und sich viel untereinander ausgetauscht. Nicht umsonst galt am Ende das Mannschafts-Motto – „Sup-Sup-Superteam!“